Aufgeld bei Kunstauktionen berechnen: was 2026 bei Sotheby's, Christie's, Phillips und Bonhams zum Zuschlag hinzukommt
Das Aufgeld ist ein Prozentsatz des Zuschlagspreises, den der Käufer zusätzlich zahlt, und er ist gestaffelt. Im Oktober 2026 beträgt die erste Stufe 28 Prozent bei Sotheby's und Christie's, 29 Prozent bei Phillips und 30 Prozent auf die ersten £ 25.000 bei Bonhams. Steuern und Folgerecht kommen je nach Haus und Ort hinzu.
So wird das Aufgeld berechnet: Staffel und Rechenbeispiele
Bei Golden Passage (2025, 60 × 80 cm) zieht sich schwarze Strukturpaste in schuppenartigen Formen diagonal über die Leinwand; dazwischen sitzen Fragmente aus Schlagmetall (Blattgold-Imitat). Der Preis steht auf der Werkseite: R$ 3.500, vom Studio festgesetzt. Bei einer Auktion setzt sich der Betrag, den man am Ende zahlt, anders zusammen: Auf den Zuschlagspreis, den englisch sogenannten Hammer Price, kommt das Aufgeld.
Nach der Erklärung von Christie's zahlt den Aufschlag der erfolgreiche Käufer, berechnet auf den Zuschlagspreis jedes Loses. Bei den großen Häusern ist er gestaffelt, und jeder Satz gilt nur für den Teil des Zuschlags, der in seine Stufe fällt (so ausdrücklich bei Christie's). Zwei Rechenbeispiele, beide ohne Steuern und Nebenkosten:
- Sotheby's New York, Zuschlag US$ 3.000.000: 28 % auf die ersten US$ 2.000.000 sind US$ 560.000, 22 % auf die übrigen US$ 1.000.000 sind US$ 220.000. Das Aufgeld beträgt US$ 780.000, der Gesamtbetrag US$ 3.780.000.
- Bonhams UK, Zuschlag £ 30.000: 30 % auf die ersten £ 25.000 sind £ 7.500, 28 % auf die übrigen £ 5.000 sind £ 1.400. Das Aufgeld beträgt £ 8.900, vor Umsatzsteuer.
Es sind eigene Rechenbeispiele auf Grundlage der veröffentlichten Staffeln, keine Angaben der Häuser zu einem bestimmten Los. Wer ein Los im Auge hat, rechnet mit der Tabelle der Auktion, in der er bietet.
Die vier Häuser im Oktober 2026: Staffeln und Stichtage
Alle vier Häuser haben ihre Tabellen zwischen Februar und Oktober 2026 geändert. Die Angaben unten stammen von den Seiten der Häuser selbst (Abruf am 24. Oktober 2026); sie gelten für Kunst und ohne Wein, Spirituosen und Sonderkategorien.
- Sotheby's, seit 13. Februar 2026: 28 % bis US$ 2.000.000, 22 % bis US$ 8.000.000, 15 % darüber (New York; die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien wie New York). London: £ 1.500.000 und £ 6.000.000. Paris, Mailand und Köln: € 1.750.000 und € 7.000.000.
- Christie's, seit 1. September 2026: 28 % bis US$ 2.000.000 (£ 1.500.000, € 1.750.000 in Paris, CHF 1.600.000 in Genf), 22 % bis US$ 8.000.000 (£ 6.000.000, € 7.000.000, CHF 7.000.000), 15 % darüber. Zuvor galten nach The Art Newspaper seit September 2025 noch 27 % bis US$ 1,5 Mio. beziehungsweise £ 1 Mio.; ältere Übersichten nennen deshalb abweichende Zahlen.
- Phillips, seit 12. April 2026: 29 % bis US$ 2.000.000, 22 % bis US$ 8.000.000, 15 % darüber (London £ 1.500.000 und £ 6.000.000, Paris € 1.750.000 und € 7.000.000). Wer die Bedingungen des „Priority Bidding“ erfüllt, zahlt in Live-Auktionen 25 %, 20 % und 14 %.
- Bonhams UK, seit 1. Oktober 2026: 30 % auf die ersten £ 25.000, 28 % bis £ 500.000, 25 % bis £ 1.000.000, 21 % bis £ 5.000.000, 14 % darüber.
Die erste Stufe ist hoch, aber sie gilt nur für den untersten Teil des Zuschlags. Bei Bonhams wirkt der Satz von 30 % nur auf die ersten £ 25.000; je höher der Zuschlag, desto stärker sinkt der durchschnittliche Satz. Wer für eine Auktion in Deutschland, der Schweiz oder Österreich bietet, prüft die Tabelle des jeweiligen Hauses, denn diese Seite behandelt vier internationale Häuser und nennt Grisebach nur als Beispiel.
Steuern, Folgerecht, Versand: was zum Zuschlag noch hinzukommt
Die veröffentlichten Sätze sind Nettosätze. Sotheby's schreibt, die Sätze schlössen lokale Steuern und gegebenenfalls anfallende Folgerechtsabgaben nicht ein; Christie's schreibt, auf das Aufgeld könnten lokale Steuern anfallen, und nennt das Folgerecht (Droit de Suite) als Abgabe, die in einigen Ländern, darunter EU-Staaten, an die Künstlerin oder den Künstler zu zahlen ist. Phillips gibt für London zusätzlich die Sätze inklusive britischer Umsatzsteuer an: 34,8 %, 26,4 % und 18 % statt 29 %, 22 % und 15 %.
Bonhams UK fügt dem Aufgeld 20 % Umsatzsteuer hinzu und erhebt auf Lose mit der Katalogmarkierung „AR“ eine Folgerechtsabgabe: 4 % auf den Zuschlag von £ 1.000 bis £ 50.000, gestaffelt abnehmend, höchstens £ 12.500 je Los. Im obigen Beispiel mit £ 8.900 Aufgeld wären das £ 1.780 Umsatzsteuer.
Als Beispiel eines deutschen Hauses nennt Grisebach auf seiner Zahlungsseite für Standardlose (ohne besondere Kennzeichnung) ein Aufgeld von 34 % bis € 1.000.000, 29 % auf den Betrag über € 1.000.000 und 22 % auf den Betrag über € 4.000.000. Nach Grisebach ist im Standardaufgeld bei Differenzbesteuerung nach § 25a UStG die gesetzliche Umsatzsteuer enthalten und wird nicht gesondert ausgewiesen. Käufer mit Wohnsitz außerhalb der EU zahlen laut Grisebach keine Umsatzsteuer, wenn das Werk an ihren Wohnort versandt wird; die Kosten der Zollabfertigung trägt der Käufer. Mehr zum Ablauf einer Auktion steht im Ratgeber Kunst online ersteigern.
Versand, Verpackung und Lagerung sind davon getrennt: Bonhams verweist dafür auf die Angaben im jeweiligen Katalog.
Der Marktrahmen: Auktion, Handel und Direktkauf
Der „Art Basel & UBS Global Art Market Report 2026“ beziffert die weltweiten Kunstverkäufe 2025 auf rund 59,6 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 4 Prozent. Davon entfielen 34,8 Milliarden auf den Händlersektor und 20,7 Milliarden auf öffentliche Auktionen (plus 9 Prozent); Online-Verkäufe lagen bei 9,2 Milliarden, dem niedrigsten Stand seit 2019. Die Zahlen beschreiben den Markt, nicht den Wert einzelner Arbeiten.
Der Unterschied zum Direktkauf liegt im Verfahren: Bei einer Auktion entsteht der Endpreis aus Zuschlag, Aufgeld, Steuern und gegebenenfalls Folgerecht. Beim Studio steht der Preis der Arbeit vorab auf der Werkseite, in brasilianischem Real (BRL); der Preis ist ein festgesetzter Preis, kein Zuschlag, auf den ein Aufgeld berechnet würde. Es gibt kein Bietverfahren. Hinzu kommen wie bei jedem Versand Fracht und eventuelle Einfuhrabgaben im Zielland.
Für alle, die erwerben möchten: Maßstab, Unterlagen, Versand
Maßstab und Preis. Drei Arbeiten mit Schlagmetall (Blattgold-Imitat), Maße als Breite × Höhe, Preise in BRL wie im Katalog:
- Golden Passage, 2025, 60 × 80 cm, Mischtechnik mit Strukturpaste und Schlagmetall auf Leinwand, Serie Black & Gold, R$ 3.500.
- Celestial Plan, 2025, 50 × 70 cm, Mischtechnik mit Strukturpaste und Schlagmetall auf Leinwand, Serie Black & Gold, R$ 2.700.
- Origin of Light, 2025, 60 × 80 cm, Mischtechnik mit Acryl und Schlagmetall auf Leinwand, Serie Heart of Chaos, R$ 3.300.
Eine Umrechnung in Euro oder Franken ist nur ungefähr möglich und hängt vom Tageskurs ab; verbindlich ist die Werkseite. Messen Sie die Wand und kleben Sie die Außenmaße mit Malerkrepp an (Faustregel aus der Praxis, keine Norm). Das Schlagmetall der Arbeiten ist mit Spray versiegelt.
Unterlagen. Zu jedem Erwerb direkt bei der Künstlerin gehören: das Original; ein handsigniertes Echtheitszertifikat mit technischer Beschreibung, Archive ID und QR-Code zur offiziellen Werkseite; Rechnung oder Beleg; ein Erwerbsvertrag zu Eigentum, Urheberrecht und Bildnutzung; ein Dossier mit Biografie, Serienkontext und technischer Beschreibung; Pflegehinweise; professionelle Verpackung.
Versand. Das Studio versendet aus Brasília weltweit; die Kosten werden pro Zielort berechnet und vom Käufer getragen, ebenso mögliche Einfuhrabgaben und Steuern im Zielland. Eine Transportversicherung ist möglich. Der internationale Versand wird auf Anfrage kalkuliert; eine pauschale internationale Lieferzeit nennt das Studio nicht. Details unter Versand und Einfuhr.
Diese Seite ist eine allgemeine Information und ersetzt keine Steuer-, Zoll- oder Rechtsberatung.
Der Blick des Ateliers
Der Blick des Ateliers
Ich bin ausgebildete Architektin und lese eine Wand zuerst als Maß. Bei Golden Passage (60 × 80 cm) und Celestial Plan (50 × 70 cm) liegt die Strukturpaste als Relief auf dem Grund, einzelne Fragmente aus Schlagmetall (Blattgold-Imitat) sitzen darin; wie hoch das Relief steht, zeigt ein Frontalfoto nicht. Wer bei einer Auktion kauft, rechnet mit Aufgeld; wer direkt bei mir erwirbt, sieht den Preis vorab. In beiden Fällen rate ich dazu, vor der Entscheidung nach Detailfotos im Streiflicht zu fragen. Auf Anfrage schicke ich zusätzliche Detailfotos und ein Video der Arbeit, und der Versand wird für das Zielland kalkuliert.
Häufige Fragen
Was ist das Aufgeld bei einer Kunstauktion?
Das Aufgeld ist ein Prozentsatz des Zuschlagspreises, den der erfolgreiche Käufer zusätzlich zum Zuschlag an das Auktionshaus zahlt. Nach der Erklärung von Christie's wird es auf den Zuschlagspreis jedes Loses berechnet. Bei Sotheby's, Christie's, Phillips und Bonhams ist es gestaffelt: Jeder Satz gilt nur für den Teil des Zuschlags innerhalb seiner Stufe. Steuern und Folgerecht kommen je nach Haus und Ort hinzu.
Wie berechnet man den Endpreis aus Zuschlag und Aufgeld?
Man wendet jeden Satz nur auf den Teil des Zuschlags in seiner Stufe an und addiert. Beispiel Sotheby's New York, Zuschlag US$ 3.000.000: 28 % auf US$ 2.000.000 (560.000) plus 22 % auf US$ 1.000.000 (220.000) ergibt 780.000 Aufgeld und 3.780.000 insgesamt, ohne Steuern. Beispiel Bonhams UK, Zuschlag £ 30.000: £ 7.500 plus £ 1.400 ergibt £ 8.900 Aufgeld, vor Umsatzsteuer.
Wie hoch ist das Aufgeld 2026 bei den großen Auktionshäusern?
Stand 24. Oktober 2026: Sotheby's 28 % bis US$ 2.000.000 (seit 13. Februar), Christie's 28 % bis US$ 2.000.000 (seit 1. September), Phillips 29 % bis US$ 2.000.000 (seit 12. April), Bonhams UK 30 % auf die ersten £ 25.000 (seit 1. Oktober). Darüber sinken die Sätze in Stufen auf 14 bis 15 Prozent. Die Häuser ändern ihre Tabellen; maßgeblich ist die Seite des Hauses.
Kommt auf das Aufgeld noch Umsatzsteuer?
Das hängt von Haus, Ort und Besteuerungsart ab. Christie's schreibt, auf das Aufgeld könnten lokale Steuern anfallen. Bonhams UK fügt dem Aufgeld 20 % Umsatzsteuer hinzu. Laut Grisebach in Deutschland ist im Standardaufgeld bei Differenzbesteuerung die Umsatzsteuer enthalten und wird nicht gesondert ausgewiesen. Diese Seite ist eine allgemeine Information und ersetzt keine Steuer-, Zoll- oder Rechtsberatung.
Gibt es beim Kauf direkt bei der Künstlerin ein Aufgeld?
Beim Perfeito Studio nicht: Der Preis steht vorab auf der Werkseite, in brasilianischem Real, und wird vom Studio festgesetzt. Es gibt kein Bietverfahren und damit keinen Zuschlag, auf den ein Aufgeld berechnet würde. Fracht und eventuelle Einfuhrabgaben im Zielland trägt der Käufer; der internationale Versand wird auf Anfrage kalkuliert, Details unter /shipping/.
Eine Arbeit prüfen, bevor Sie entscheiden
Schreiben Sie uns, welche Arbeit Sie interessiert. Auf Anfrage senden wir zusätzliche Detailfotos und ein Video; der Versand wird für Ihr Zielland kalkuliert.
Quellen
- Sotheby's Help Center — 2026-10-24
- Sotheby's — 2026-10-24
- The Art Newspaper, 17.02.2026 — 2026-10-24
- Christie's — 2026-10-24
- Phillips — 2026-10-24
- Bonhams — 2026-10-24
- Grisebach — 2026-10-24
- Art Basel / UBS (Arts Economics) — 2026-10-24
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